Sand – ganz im Trend zur Vernichtung der natuerlichen Lebensbasis

Ich möchte Euch heute über einen ganz besonderen Rohstoff aufklären! SAND! In erster Linie denkt man sich, daß an Sand nichts interessantes sein kann, denn wir haben davon sehr viel auf unserer Welt, trotzdem werde ich heute etwas zusammenfassendes über Sand schreiben.

SAND ist ein natürlicher Rohstoff der hauptsächlich in der Bauindustrie zum Einsatz kommt. 2/3 aller Gebäude auf dieser Welt bestehen aus Stahlbeton, zu ca. 2/3 besteht Stahlbeton aus Sand. Da unentwegt auf der Erde gebaut wird, werden natürlich auch Unmengen an Sand verbraucht, doch woher kommt der ganze Sand? Ich habe nach „Industrieller“ Herstellung von Sand gesucht, da ich mir nicht vorstellen konnte, daß der Sand aus der Sahara für unsere Bauindustrie importiert wird. Eine industrielle Herstellung von Sand scheint aber gar nicht so einfach möglich zu sein. Ich dachte man zerkleinert in einem Steinbruch mit großen Maschinen die Felsen so lange bis sie zu Sand werden, aber das funktioniert leider nicht so einfach. Die Firmen, die sich als Sand Hersteller ausgeben, beziehen den Rohstoff Sand selbst. SAND ist also ein Rohstoff. Trotzdem bekommt unsere Bauindustrie den Sand nicht aus der Sahara importiert, weil Wüstensand nicht in der Bauindustrie verwendet werden kann.

Das liegt an der Körnung. Die Sandkörner aus der Wüste haben durch die ewige Erosion eine glatte runde Oberfläche, daher würde der Sand im Verbund mit Beton keine Festigkeit bewirken. Der Sand für die Bauindustrie hat eine rauhe kantige Oberfläche und ist ideal für eine Verarbeitung zu Beton. Nur, wo kommt denn dieser Sand nun her?

Er kommt aus dem Meer!

Ein durchschnittliches 3 – 4 Familienhaus besteht zu ca. 200 Tonnen aus Sand. In jedem Autobahnkilometer sind ca. 30.000 Tonnen Sand verbaut. Ein Atomkraftwerk besteht aus ca. 12 Millionen Tonnen Sand. Unvorstellbar diese Menge, oder?

Der weltweit jährliche Bedarf der Bauindustrie an Sand liegt ca. bei 15 Milliarden Tonnen.

Wo kommt so viel Sand her?

Wie schon gesagt, aus dem Meer!

Haben Sie sich schon mal diese riesigen Inseln in Arabien angesehen, die dort aufgeschüttet wurden? Eine riesige Palme und eine ganze Weltkugel ist dort aus SAND entstanden.

Wo kommt der Sand noch gleich her? Aus dem Meer, richtig. Das Meer liegt ja gleich vor der Tür, also haben riesige Baggerschiffe den Sand aus dem Meer abgebaut bzw. mit riesigen Schaufeln abgesaugt und an den gewünschten Stellen wieder aufgeschüttet.

Diese Saug- oder Bagger- Schiffe wurden nicht extra für die Araber gebaut um deren Inselprojekt zu realisieren. Diese Schiffe sind täglich im Einsatz um Sand für die Bauindustrie weltweit abzubauen.

Beim Absaugen des Sandes auf dem Meeresboden wird natürlich alles was sich im Sand befindet mit abgesaugt. Tiere, Pflanzen, einfach alles. Der Meeresboden wird also zerstört, zurück bleibt eine Mondlandschaft. Ein großes Baggerschiff schafft es am Tag ca. 400.000m³ Sand zu fördern. Das ist eine riesige Menge.

Hat das irgendwelche Folgen für die Umwelt? Ja, hat es. Die Schiffe hinterlassen eine Mondlandschaft auf dem Meeresgrund, die sich über einen langen Zeitraum regenerieren muß.

An dieser Stelle wird es interessant, denn wie regeneriert sich dieser Teil des Meeresbodens. Wir müssen in diesem Fall berücksichtigen, daß die Baggerschiffe nicht in großen Tiefen arbeiten können. Je länger der Saugrüssel an dem Baggerarm ist, desto teurer wird der Sandraub im Meer. Aus diesem Rund wird größtenteils der Sand in Küstennähe abgesaugt. Nun sollten wir mal nachdenken, denn unsere Industriellen Diplom Ingenieure tun das offensichtlich nicht. Wenn also ein großer Teil des Sandes vor der Küste abgebaut wird, entsteht logischerweise ein Loch an der Stelle wo der Sand fehlt. Was passiert? Es rutscht Sand nach. Von wo? Von oben, von wo sonst. Was ist oben? Die Küste!

Resultat des Sandraubes: 80% der Strände weltweit fallen schon nach weniger als 100m steil ab. An den Küsten bildet sich ein Hang, der durch die Strömungen immer weiter abrutscht und so das entstandene Loch vor der Küste wieder füllt. Das Meer holt sich den verlorenen Sand wieder zurück. Unser geliebter Sandstrand wird dadurch natürlich immer kleiner. Das weiß aber niemand, also nehmen wir an, daß der Klimawandel die Meere ansteigen läßt und dadurch der Sandstrand immer kleiner wird. Das der Sandraub im Meer dafür verantwortlich ist, auf die Idee kommt niemand. Wir reagieren aber. Bei Sylt wird die Küste gerade für viel Geld saniert. In Florida sind 9 von 10 Stränden massiv auf Rückgang. Es werden astronomische Summen investiert um die Strände wieder aufzufüllen. Im Gegenzug muß für den Sand, der von dem Meeresgrund abgebaut wird, niemand bezahlen. Lediglich die anfallenden Betriebskosten müssen bezahlt werden an. Mit dem Sand verdienen Firmen viel Geld, für die Schäden die entstehen zahlen wir Bürger mit unseren Steuergeldern.

Stellen wir uns die Frage, wie und womit die Küsten wieder aufgefüllt werden. Hier kommen unsere klugen Politiker, Experten und Diplom Ingenieure wieder zum Einsatz. Die Küsten werden mit Sand aufgefüllt, der ca. 200m vor der Küste frisch für diesen Zweck abgebaut wird. Wir haben also einen Kreislauf, der wohl nicht enden wird, wenn wir so weiter machen.

Für die künstlichen Inseln in Arabien, Dubai wurde ½ Milliarde Tonnen Sand aus dem Meer gebaggert. Anschließend wurde in Dubai das höchste Gebäude der Welt gebaut, allerdings gab es keinen Sand mehr für den Beton, der Meeresgrund war völlig ausgeschöpft. Der benötigte Sand für den Beton wurde aus Australien importiert. Dieses lukrative Geschäft haben nun einige Unternehmer in Australien für sich entdeckt. 3500 Firmen in Australien bauen insgesamt für 7 Milliarden US-Dollar im Jahr Meeressand ab.

Das hat mittlerweile zur Folge, daß es weltweit kaum noch legale größere Sandvorkommen gibt, die abgebaut werden können. Jetzt beginnt man damit den Meeresgrund vor den Küsten von den dritte Welt Ländern zu plündern.

80% der Malediven liegen bereits ein Meter unter dem Meeresspiegel und saufen wort wörtlich langsam ab. Das liegt aber nicht daran das der Meeresspiegel steigt, sondern das der Sand abgebaut wird. In dieser Region (unvorstellbar) sogar von Hand!

Der Stadtstaat Singapur hat in den letzten Jahren sein Territorium um 3000 km² erweitert. Wie? In dem Sand aufgeschüttet wurde. Wenigstens war man dort so schlau und hat den dafür benötigten Sand nicht vor der eigenen Küste ausgebaggert, der benötigte Sand kam aus Kambodscha und Vietnam. Mittlerweile verweigern diese Staaten weitere Sandlieferungen.

In Afrika gibt es bereits eine Sandmafia die Millionen Tonnen Sand illegal abbauen, weil es offiziell dort auch verboten wurde.

Woher kommt eigentlich der Sand, der auf unserem Meeresgrund liegt?

Der Sand ist ursprünglich ganz normaler Fels aus unseren Gebirgen und wurde durch Regen und Erosion abgetragen, in die Flüsse gespült, die den Sand dann über Tausende von Jahren ins Meer transportiert haben. Was machen wir Menschen? Wir versuchen diesen Vorgang zu verhindern. In den USA wurden bis heute 80.000 Staudämme gebaut, da kommt kein Sand mehr durch. Weltweit gibt es über 850.000 Staudämme. Über die Flüsse in China wird demnächst (in 7 Jahren) kein einziges Sandkorn mehr ins Meer gelangen können.

Ich bin mal wirklich gespannt was sich die Bauindustrie zukünftig einfallen läßt.

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Der Beitrag wurde zugesendet vom Stammtisch Schmerzhafte Wahrheit Gelsenkirchen.

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