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Gruppe 2

Die heute lebenden Menschen lassen sich – zumindest in Deutschland und den meisten Teilen der industrialisierten Welt – in drei Gruppen einteilen. Gruppe 1 sind jene Leute, die ihre Lebensaufgabe erfüllt haben. Sie werden in den nächsten Monaten relativ friedlich sterben, deshalb ist dies die angenehmste Gruppe. Gruppe 2 sind jene Leute, die im Zusammenhang mit dem sich abzeichnenden Zusammenbruch umkommen werden. Diese Gruppe dürfte die größte sein. Gruppe 3 sind die Überlebenden, die danach die Trümmer beiseite räumen und wieder aufbauen. Diese Gruppe ist die schwerste von allen. Zu ihr zu gehören ist kein Privileg, sondern eine Bürde.

Zur Gruppe 1 ist wenig zu sagen, da deren Ansichten insofern irrelevant sind, als über ihr Schicksal bereits entschieden ist. Das ist durchaus nicht negativ gemeint; da wir Menschen allesamt sterblich sind, ist deren Zeit im ewigen Stirb und Werde ganz einfach abgelaufen. Sie haben ihren Beitrag zur Entwicklung geleistet, ihre Schuld gegenüber dem Leben abgetragen. Ihre Gedanken mögen in uns nachwirken, doch in der Krise und dem Danach werden sie nichts mehr beitragen. Die 98jährige Urgroßmutter gehört zu dieser Gruppe, aber auch der Dreijährige, der in einen Bach fällt und darin ertrinkt. Bei der Erfüllung der Lebensaufgabe ist die Zahl der Jahre völlig nebensächlich.

Bei der Unterscheidung der Gruppen 2 und 3 hilft es zu betrachten, mit welcher Einstellung der Betreffende in die Zukunft blickt. Der Gleichgültige, der glaubt, alles werde gut, die Regierung hätte die Sache im Griff, die Fernseh-Nachrichten seien die eine Wahrheit und alles Krisengerede sei Blödsinn, gehört wahrscheinlich der Gruppe 2 an. Der Vorbereiter, auf Denglisch „Prepper“, der sich um die Zukunft und sein Überleben sorgt, seine Ersparnisse in Gold anlegt und zu Hause einen Kubikmeter Ölsardinen als Nahrungsreserve bunkert, gehört wahrscheinlich zur Gruppe 3.

Es gibt nur Wahrscheinlichkeiten, keine Sicherheit. Der Mensch ist ein Wesen im Werden, erst im Augenblick seines Todes vollendet, da damit das irdische Werden beendet ist. Der Tod selbst ist die letzte Einsicht, die letzte Erkenntnismöglichkeit, bevor der Verstorbene dem Seelengericht gegenübertritt, um sich selbst Rechenschaft über sein Leben abzulegen. Ich habe das ausführlich in meinem Buch „Die spirituelle Welt“ dargelegt, deshalb sei es hier nur kurzgefaßt geschildert: Sie gehen mit einer bestimmten Energie, einer gewissen Wertigkeit ins Jenseits ein. Im Seelengericht erhalten Sie die Möglichkeit, Ihr Leben vom Ende her zu betrachten und zu bewerten, über richtig und falsch zu befinden. Weder wird Gott Sie dafür ins Paradies bringen, noch der Teufel Sie in die Hölle zerren – Sie selbst entscheiden, in welcher jenseitigen Umgebung Sie die Zeit bis zu Ihrem nächsten Erdenleben verbringen werden.

Die Zugehörigkeit zu den einzelnen Gruppen läßt sich im Nachhinein leicht bestimmen. Wenn Sie irgendwann einmal auf dem Marktplatz sitzen und den Mörtel von den Ziegelsteinen klopfen, damit diese erneut verbaut werden können, haben Sie es in Gruppe 3 geschafft, selbst ohne alle Vorbereitungen. Wenn Sie in ihrem Bunker ein Herzinfarkt ereilt, sterben Sie in Gruppe 2, trotz aller Vorbereitungen. Stellen Sie sich das Ganze als eine Lotterie vor, bei der jedes fünfte Los Überleben in Gruppe 3 bedeutet. Jeder, der zu Beginn der Ereignisse lebt, zieht ein einzelnes Los, das ihm bereits das Überleben sichern kann. Wer einige minimale Vorbereitungen getroffen hat, bekommt ein zweites Los, wer sich umfassend vorbereitet, mit Lebensmitteln für fünf Jahre, Werkzeugen, Saatgut, Survival-Ausbildung, handwerklichen Schulungen aller Art, erhält dadurch ein Dutzend oder noch mehr Lose. Ein einzelnes Los kann den Gewinn bedeuten, zwanzig Lose können allesamt Nieten sein – das ist die Wahrscheinlichkeit, der Sie sich stellen müssen.

Sie können jedoch davon ausgehen, daß die Natur ökonomisch vorgeht. Wer sich jetzt bereits auf die Katastrophe vorbereitet, sich auf sie einstellt und an das Leben danach denkt, gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Gruppe 3. Wem das alles egal ist, wer daran glaubt, es ginge alles im gewohnten Trott weiter, läuft Gefahr, im Augenblick der Erkenntnis den Verstand zu verlieren. Wenn alle bisher so unverrückbaren Gewißheiten wegbrechen, bedeutet das eine hohe geistige Belastung, die einen Denkfaulen und Phantasielosen trifft.

Denkfaulheit ist dabei ein sehr wichtiges Kriterium. Pflanzenfresser organisieren sich oft in Herden, da es lange Zeit dauert, die lebensnotwendigen Kalorien aus Gras aufzunehmen. Die Herde befreit das Einzeltier weitgehend von der Selbstsorge, da es genügt, das gleiche zu machen, wie die anderen Tiere in der Herde. Gemeinsam Grasen, gemeinsam fliehen. Angeblich genügt es, bei einer Büffelherde die Leittiere abzuschießen, damit die ganze Herde am Ort bleibt und sich widerstandslos abschlachten läßt.

Der Herdentrieb äußert sich beim Menschen darin, daß er viele Bereiche seines Lebens aus dem Denken ausklammert, um sich auf die verbliebenen Wichtigkeiten zu konzentrieren. Schuhe, Kleider, das neueste Smartphone, ein größeres Auto, der nächste Urlaub, die nächste Beförderung, der Vorteil auf Kosten der Kollegen – das alles ist wichtiger als Politik und Weltgeschehen. Letzteres läßt man nur gefiltert an sich heran, als Überschriften in der Zeitung, während man zu den Todesanzeigen oder dem Sportteil blättert, als Fernsehnachrichten, bevor die Spielshow beginnt, als Hintergrundgeräusch im Radio, das die Musik unterbricht.

Schon ein Wildtier, das den Schutz seiner Herde verliert, hat es schwer zu überleben. Was aber wird aus einem Schaf, dessen Herde bisher vom Hirten geführt und von den Hütehunden beschützt worden ist? Ein Schaf, das Wölfe nicht mehr als Gefahr erkennt? Das nie gelernt hat, selbst eine Weide zu suchen?

Wir kennen alle das Klischee des vertrottelten Professors, der ein wahres Genie in Kunstgeschichte oder Quantenphysik sein mag, aber sich keine Krawatte binden kann und das Jackett verkehrt herum anzieht, wenn ihm keiner dabei hilft. Diese Witzfigur kommt dem einsamen Schaf durchaus nahe. Haben Sie schon mal ein Huhn ausgenommen? Das geht ganz einfach! Man nimmt es aus der Verpackung, läßt es auftauen und entfernt den Plastikbeutel mit den überflüssigen Innereien.

Denkfaulheit ist keine Frage der Intelligenz. Hochgebildete Akademiker erweisen sich in Gesprächen oft genug als Angehörige der Gruppe 2, obwohl sie fähig sein sollten, die Nachrichten in einem größeren Zusammenhang zu setzen und das herauszufinden, was zwischen den Zeilen steht. Ich habe gestern im Handelsblatt gelesen, die 1948 eingeführte D-Mark habe bis 1998 ein Viertel ihrer Kaufkraft verloren, da die durchschnittliche Inflation 3% betragen hätte. Ein Griff zum Taschenrechner beweist, daß die D-Mark bei 3% Inflation in 50 Jahren 77,8% ihrer Kaufkraft verloren hat, sich die Preise also mehr als vervierfacht haben.

Zu Zeiten des kalten Krieges galten uns Westdeutschen die Amerikaner als Beschützer, als Garanten der Freiheit und Hüter des Weltfriedens, dafür waren die Russen böse und warteten nur auf ein Zeichen der Schwäche, um uns zu überfallen. 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn, 1968 in der Tschechoslowakei und 1980 in Afghanistan – die Russen waren immer die Bösen. 1990 war der kalte Krieg zu Ende. Die Amerikaner sind 1991 in den Irak eingefallen, 1998 im Kosovo, 2003 in den Irak und in Afghanistan, 2012 in Libyen und 2013 richten sie ihre Waffen auf Syrien. Wer ist jetzt böse und eine Gefahr für den Weltfrieden? Die NSA spioniert die ganze Welt aus, wo ist da noch Raum für Freiheit?

1990 hat „das bessere Deutschland“ gewonnen, die zweite Diktatur auf deutschem Boden wurde aufgelöst, westliche Werte haben über den rückständigen Sozialismus triumphiert. Heute, 2013, ist von diesen westlichen Werten wenig bis gar nichts übriggeblieben. Merkeldeutschland ist weit mehr zur dritten Diktatur auf deutschem Boden geworden, als es die alte BRD je gewesen ist. Heute sitzen mehr politische Gefangene ein als in der alten DDR, nicht wegen „Republikflucht“, sondern wegen „Leugnung des Holocausts“; wer einst ein „Feind des Sozialismus“ oder „Faschist“ gewesen ist, wird heute als „Rechtsradikaler“ oder „Neonazi“ bekämpft, mit den gleichen Argumenten wie damals.

Die „aktuelle Kamera“ heißt heute „Tagesschau“ oder „Heute“, Eduard von Schnitzler wurde durch Guido Knopp ersetzt. Die Staatssicherheit gewährleisten heute die diversen Ämter für Verfassungsschutz, sowie die politischen Abteilungen der Polizei. „Bürgerrechtler“ und „Dissidenten“ schätzt das Regime der BRD hoch, sofern diese in Rußland oder China aktiv sind, im eigenen Land werden sie vergleichbar gnadenlos bekämpft. Wer die Augen offen hält, vermag das alles zu sehen.

Die Grundlage der alten Gesellschaft war der arbeitende Familienvater, dessen Gehalt Frau und Kinder ernährte. Kinder, denen es einmal besser gehen sollte. Dieses klassische Modell mag den Gleichstellungsbeauftragtinnen beiderlei Geschlechts mißfallen, doch es festigte über Jahrzehnte die Familie als Keimzelle der Gesellschaft und des Staates. Heute sind beide Funktionen weitgehend verunmöglicht. Für den Ernährer ist die Kaufkraft der Gehälter geschwunden. Der klassische Tarifarbeiter ist selten geworden, dafür gibt es immer mehr Leiharbeiter, für die kein Tarif, kein Kündigungsschutz und oft genug nicht einmal ein Mindestlohn gilt. Zudem nagen die Konsumgesellschaft und ihr korruptes Bankgewerbe an diesem Einkommen. Die Werbung signalisiert allenthalben, wofür die Menschen Geld ausgeben sollen, und die Banken geben Ratenkredite, dank derer jene in Schuldknechtschaft geraten, die diesen Verlockungen erliegen.

Bei der Zukunft der Kinder sieht es wirklich nicht so aus, daß es denen einmal besser gehen wird. Die einstige „westliche Wertegemeinschaft“ ist längst auf dem Altar der wertfreien „Multikultur“ geopfert worden, mit dem Ergebnis, daß keinerlei kulturelle Werte mehr vermittelt werden. Unsere Schulen sind zweitklassig geworden, Bildung ist heutzutage Glückssache. Das schließt das Glück, reiche Eltern zu haben, die sich migrantenfreie Privatschulen leisten können, mit ein. Wer heute den einstmals beschworenen Aufstieg durch Bildung schafft, hat das trotz unseres Schulsystems erreicht.

Das alles sind Wahrheiten, die verschämt auf versteckten Sendeplätzen eingestanden werden, die als kleinste Absätze in entlegenen Winkeln der Zeitungen zu finden sind. Nur das Internet ist gnadenlos, zerrt das alles hervor – auf Seiten, die nur von Wenigen besucht werden. Das Internet ist ein gezielt diskreditiertes Medium. Ich bekomme pro Woche ein Dutzend Mails, in denen mir Millionengeschäfte angeboten werden, ich könnte gewinnbringend Online-Kasinos besuchen, erhalte großartige Anlagetips und alle möglichen Medikamente zur Steigerung der Manneskraft. Natürlich werfe ich das alles in den Papierkorb. Auf der anderen Seite gibt es die NSA und andere Geheimdienste, die das ganze Internet überwachen. Für diese Dienste wäre es ein Leichtes, diesen lästigen Schund aus dem Internet zu entfernen. „Spam“ würde verschwinden, und nach sechs Wochen geben die Spammer auf. Aber das geschieht nicht, damit das Medium Internet den Ruch des Unseriösen und der Müllhalde beibehält.

Jeder Tag hat für jeden Menschen 24 Stunden. Totalitäre wie demokratische Staaten haben das Bestreben, diese 24 Stunden möglichst vollständig auszufüllen. Der totalitäre Staat setzt dabei eher auf staatlich organisierte Aktivitäten, der demokratische auf Verlockungen, das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe, der möglichst unmündig gehaltene Bürger. Zehn Stunden werden für Schlaf, Körperhygiene und Essen aufgewendet, weitere zehn Stunden für Arbeit, Wege zur Arbeit und Einkäufe. Effektiv bleiben vier Stunden, die ein Staat ausfüllen muß. Vor dem Fernseher sitzen und Bier trinken ist dabei eine ideale Tätigkeit, sogar noch besser als Parteiversammlungen und Kundgebungen, da diese Passivität die geistige Regsamkeit gezielt einschläfert.

Die Wochenenden und Feiertage bleiben dabei übrig, weil hier die zehn Stunden Arbeit fehlen. Totalitäre Staaten organisieren da gerne Kundgebungen, Aufmärsche und Paraden. Es ist dabei egal, ob die geneigten Bürger vorbeifahrenden Panzern zusehen oder Müll einsammeln, ob sie Bäume pflanzen oder ins Fußballstadion gehen, sie dürfen bloß nicht zum Nachdenken kommen. „Kurzurlaube“ sind ideal, da ärgern sich alle über den Stau auf der Autobahn und nicht über die Politik. Urlaubsreisen an sich helfen dem Staat ebenfalls, wer auf Teneriffa in der Sonne brät, denkt nicht über die Verhältnisse in der Heimat nach, und wer auf Mallorca das Wirkungssaufen praktiziert, tut das ebenfalls nicht.

Der Ausdruck „Verhausschweinung“ – mir bekannt durch den Astrologen Dr. Robert Müntefering – trifft diesen Zustand sehr gut. Das Hausschwein wird aller seiner natürlichen Instinkte beraubt, es wird in einer völlig artfremden Umgebung gehalten. Ein intelligentes, reinliches Tier wird auf diese Weise zum dummen Schwein und zur armen Sau. Das „Hausschwein“ ist der ideale Bürger einer Demokratie und der Musterkandidat für die Gruppe 2.

Wirklich schlimm an der Verhausschweinung ist der Wunsch, dieses bequeme Leben weiterhin zu führen. Gruppe 2 hat nichts mit Intelligenz zu tun, aber viel mit freiem Willen. Das Herdenmitglied braucht sich nur um Gras, Wiederkäuen und Verdauung zu kümmern, für alles andere gibt es den Hirten und die Hütehunde. Das perfekte Herdentier schaut hinüber auf die grünere Wiese, sagt sich, es könne ja hingehen, wenn es wolle, und bleibt trotzdem auf der mageren Weide, da der Rest der Herde ja ebenfalls hier bleibt.

Die Menschen haben sich in diesem Leben eingerichtet und sie wollen nicht, daß ihre heile Welt erschüttert wird. Die hohen Verluste, für die Gruppe 2 in der Katastrophe steht, resultieren aus diesem Verhalten. In die heile Welt wird nichts hineingelassen, also gibt es keine Vorbereitung. Und wenn die heile Welt zusammenbricht, ist der Betreffende gelähmt, wie das Schaf, das plötzlich ohne Hirt, Hütehund und Herde in der freien Natur steht. Diese Orientierungslosigkeit wird ebenfalls viele Leben kosten.

In meinem Phasenzähler gibt es den Bürgerkrieg – Phase 6. Mit der Phase 6 endet die Gruppe 1, ihre Mitglieder sind zu diesem Zeitpunkt weggestorben. Ab dann stellt sich heraus, wer zur Gruppe 2 und wer zur Gruppe 3 gehört. Die Phase 6 ist jedoch erst der Auftakt der Ereignisse! Der Staatsanwalt, den der wütende Mob an der Laterne aufhängt, gehört zu den ersten, die herausfinden, daß sie Mitglied der Gruppe 2 sind. Allerdings gehören die meisten, die ihn gerade lynchen, ebenfalls zur Gruppe 2.

Ich hätte nichts dagegen, wenn auf ein paar Wochen Anarchie der Phase 6 sofort die Phase 9 folgte, in der das Deutsche Reich wieder entsteht und ein Monarch an die Spitze des Staates tritt. Dann kehren Ruhe und Ordnung wieder ein, die Zerstörungen sind gering und der Wiederaufbau kurz. Die Gruppe 3 wäre sehr groß und im Nachhinein doch angenehmer als Gruppe 1.

Auf meinem Plan stehen allerdings noch die Phasen 7 und 8. Phase 7 beschreibt einen russischen Feldzug gegen Westeuropa. Selbst wenn dieser nur dazu dient, die Anarchie vor Rußlands Haustür zu beenden, wird es dabei Tote geben. Unsere amerikanischen Freunde wollen schließlich ihre Vasallen und deren Tribute behalten. Phase 8 behandelt Weltkatastrophen, Erdbeben, Asteroiden-Einschläge, dreitägige Finsternis, das ganze Horrorkabinett der Schauungen. In Phase 8 sterben Milliarden Menschen, die Erde wird gereinigt, es ist die Götterdämmerung und die Erneuerung der Welt, in blutigen Geburtswehen. Die Schauungen besagen das, einen logischen Grund dafür gibt es nicht.

Gruppe 2 ist keine Verdammnis, sondern eine Gnade. Die katholische Kirche kennt die „letzte Ölung“, heute die „Sterbesakramente“ genannt. Dabei soll der Sterbende seine Seele reinigen, um unbefleckt in die Ewigkeit zu gehen. Nun ist der „liebe“ Gott nicht so bösartig, wie ihn die verschiedenen Religionen gerne darstellen, um ihre jeweilige Herde zusammenzuhalten. Die „letzte Ölung“ gibt es tatsächlich, und dazu muß nicht erst ein katholischer Priester eingeflogen werden.

Wenn Ihr Leben endet, egal auf welche Weise, landen Sie vor dem Seelengericht. Dort findet diese „letzte Ölung“ statt. Der Lebensfilm läuft vor Ihren Augen ab, und Sie werden jedes Ereignis in Ihrem Leben aus der aktuellen Perspektive, mit ihrem aktuellen Erkenntnisstand bewerten. Sie haben damit die Gelegenheit zur Reue, zur Umkehr. Betrachten wir jemanden, der 57 Jahre als Schaf in der Herde gelebt hat, ohne jegliches Interesse für das, was um ihn herum passiert. In den letzten zwei Wochen wird sein bisheriges Weltbild vollständig zertrümmert, und danach stirbt er eines gewaltsamen Todes. Die letzten zwei Wochen, ja sogar die letzten Sekunden vor seinem Ableben prägen den Eindruck, mit dem dieser Mensch ins Jenseits eintritt.

Es ist die letzte Chance, zur Einsicht zu gelangen! Ein gewaltsamer Tod, der alles erschüttert, an was diese Person in ihrem Leben geglaubt hat, kann sie aus dem Trott herausreißen. Das einsame, unbehütete Schaf, das verloren auf der Weide steht, begreift plötzlich, daß in ihm Instinkte stecken, Jahrmillionen der Entwicklung, ohne Hirt und Hütehunde. Das Schaf erlangt seine Selbständigkeit zurück, und sei es nur für die allerletzte Sekunde. Mit dieser Energie tritt die Seele ins Jenseits ein, sie nutzt den Entwicklungssprung, den ihr die letzten Wochen, die letzten Sekunden beschert haben.

Ohne diesen Sprung wäre die Entwicklung dieser Person nicht vorangeschritten. Die Person hätte ihr Leben als Schaf beendet, als Tier in der Herde. Als solches wäre sie ins Jenseits gelangt, um später ein neues Leben als Schaf in einer neuen Herde anzutreten. Durch den Entwicklungssprung wird die Seele eigenständiger, und sie wird mit dieser neuen Eigenständigkeit auf die Erde zurückkehren.

Die Zugehörigkeit zur Gruppe 2 ist keine Strafe, sondern eine einzigartige Chance. Jeder Angehörige der Gruppe 2 hat die Gelegenheit, diese Chance zu nutzen. Das kurze irdische Leiden hilft der Seele wie unter gewöhnlichen Umständen zehn Leben. Die Lektion ist hart, und sie ist zweischneidig. Der oben genannte Staatsanwalt wird wahrscheinlich voller Haß auf jene ins Jenseits gehen, die ihn dorthin befördert haben. Dieser Haß wird ihn hinabziehen, ihn in tiefere Ebenen stürzen. Dort ist die Erkenntnis des eigenen Verschuldens besonders schwer.

Wer der Gruppe 2 angehört, bekommt eine besondere Gelegenheit geboten. Ob er sie nutzt oder versagt, hängt von seiner eigenen Einsicht ab. Insofern ist dies eine luziferische Chance, eine Prüfung, bei der ein Prüfling bestehen oder versagen kann. Wer besteht, schafft damit einen großen Sprung nach vorne. Die Frage ist, wie viele Angehörige der Gruppe 2 diesen Text lesen werden, steht er doch im Internet, irgendwo in der Schmuddelecke, wo ihn vor allem jene finden, die mit großer Wahrscheinlichkeit zur Gruppe 3 gehören – und auf ganz andere Weise lernen werden.

© Michael Winkler

Gefunden am 11.09.2013 unter: http://www.michaelwinkler.de/Pranger/Pranger.html unter dem Titel „Gruppe 2“

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