Die-Hugenottin-Marie-Durand

Mit der Machtergreifung Ludwigs XIV. im Jahr 1661 wurden in Frankreich die Hugenotten (französische Protestanten) erneut massiv unterdrückt. Man versuchte, sie mit brutalen Mitteln von ihren Glaubensüberzeugungen abzubringen und sie in den Schoß der katholischen Kirche zurückzuführen. Als der König im Jahr 1685 das Edikt von Nantes, das ihnen Freiheit zugesichert hatte, widerrief, war den Hugenotten in Frankreich jede Daseinsberechtigung und jeder Schutz entzogen. Eine Massenflucht der Hugenotten setzte ein. Hunderttausende verließen das Land. Für diejenigen, die zurückblieben, brach eine harte Zeit an. Viele verloren Hab und Gut, ihre Freiheit oder sogar ihr Leben.

Die Durands

Auch der gläubige Etienne Durand und seine Frau Claudine aus Le Bouchet-de-Pranles (Südfrankreich) waren Hugenotten. Sie hatten zwei Kinder: Pierre Durand (*1700) und Marie Durand (*1715). Da in ihrem Haus unerlaubte christliche Versammlungen stattfanden, wurde Claudine eingekerkert. Pierre, der wirkungsvoll im Verborgenen als Prediger wirkte, wurde drei Jahre später gefaßt und hingerichtet. Einige Jahre später wurde auch Maries Vater eingekerkert, so daß Marie ganz allein zurückblieb.

Marie wurde am 17. April 1730 um ihres Glaubens willen verhaftet. Sie war zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt und seit drei Wochen verheiratet. Ihr Mann kam in die Festung von Brescou, erlangte aber 20 Jahre später unter der Bedingung, das Land zu verlassen, die Freiheit — Marie sah ihren Mann nach der Gefangennahme nie wieder. Sie selbst wurde nach Aigues-Mortes deportiert und dort in dem „Turm der Constance“ untergebracht. Dieser Turm wurde für sie Gefängnis und zugleich Ort der Bewährung.

Bis heute gilt der „Tour de Constance“ als Wahrzeichen von Aigues-Mortes, einer Stadt, die in einem salzigen Sumpfgebiet am Mittelmeer liegt. Weithin ist das mächtige, aus der flachen Landschaft aufstrebende Bauwerk sichtbar. Der Turm enthält zwei kreisrunde, übereinander gelegene Gewölbe, die eine Höhe und einen Durchmesser von elf Metern haben. In der Mitte der Decke dieser Rundräume ist jeweils ein Luft- und Lichtloch. Diese beiden Schächte liegen genau übereinander, sind mit einem Randmäuerchen eingefaßt und mit einem Gitter bedeckt. Über Jahrhunderte wurden hier Gefangene untergebracht, ab 1686 auch Hugenotten. 1724 wurde es zum Frauengefängnis erklärt.

Das Elend hinter den sechs Meter dicken Mauern war groß. Stickige Luft, grausame Eintönigkeit, trübes Licht, schlechte Versorgung und starke Feuchtigkeit machten das Leben zu einer Qual. Im Winter erging es den Gefangenen noch miserabler als im Sommer. Der Bretterverschlag, der notdürftig vor Wind und Kälte schützte, hielt das ersehnte Licht fast vollständig zurück. Der beißende Rauch des offenen Feuers konnte kaum mehr abziehen, reizte zum Husten und brannte in den Augen. „Lebendig begraben“ — das war das grausame Los der Gefangenen.

Im Turm gefangen

In diese Welt wurde Marie Durand an einem heißen Apriltag hineingestoßen. So geriet sie in den endlos scheinenden Strom der Trostlosigkeit, in dem sich zu diesem Zeitpunkt noch weitere 28 Personen befanden (zwei davon waren Kinder, die im Turm geboren worden waren). Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr fristete sie nun ihr Dasein in dem feuchten Dämmerdunkel. Wie leicht hätte sie sich daraus befreien können! Sie hätte „nur“ das verleugnen müssen, was sie aus der Bibel als Wahrheit erkannt hatte, und schon wäre sie wieder in der sonnigen Freiheit gewesen. Doch das wollte sie nicht. So hielt sie unter anderem daran fest, daß nur Gott Sünden für die Ewigkeit vergeben und daß man nur aus Glauben gerecht werden kann. Marie war in ihrem Gewissen gebunden und standhaft im Glauben. Sie ermutigte auch die anderen Gefangenen, zu deren Führerin sie mit der Zeit wurde.

So harrten die Frauen tapfer aus. Nur wenige hielten dem Druck nicht stand. Dazu gehörte auch die 1743 eingelieferte Isabeau Guibal, die sich von den anderen Gefangenen und deren Überzeugungen mehr und mehr distanzierte. Die intensiven Bemühungen Marie Durands an ihr blieben erfolglos. „Das sind die schwersten Heimsuchungen, die über uns kommen können“, seufzte Marie Durand, „viel schwerer als Krankheit oder Tod. Darum, liebe Schwestern im Glauben, widersteht und betet, daß nicht auch wir noch in der Anfechtung fallen.“

Damals kratzte sie mit der Spitze einer Schere in das steinerne Umfassungsmäuerchen des Luft- und Lichtschachtes das mahnende Wort ein: RÉSISTER („Widerstehen“). Heute noch ergreift diese Inschrift den gläubigen Besucher des Turmes und appelliert an ihn, dem Teufel zu widerstehen (vgl. Epheser 6,13; Jakobus 4,7; I. Petrus 5,9).

RÉSISTER! Immer wieder mußte Marie Durand sich selbst und den anderen Frauen dies zurufen; immer wieder fielen ihre Blicke in dem Halbdunkel auf dieses Wort. Und sie widerstand! Sie gab der Versuchung nicht nach, ihren Herrn zu verleugnen. Auch dann nicht, wenn sich erneut die Hoffnung auf eine Begnadigung zerschlug, der Wind eisig durch die Luftscharten blies, die rheumatischen Beschwerden sie peinigten, das Wasser an den Wänden herunterlief, das Sumpffieber sie schüttelte, eine schwere Erkältung nicht abklang oder eine der Leidensgenossinnen im Elend starb.

Am 11. April 1768 betrat gegen Abend ein Herr den Turm und überreichte Marie Durand ein gerolltes Papier: Sie war begnadigt worden! Marie Durand war nach 38 Jahren Haft eine freie Frau. Gezeichnet von jahrelangen Leiden und Entbehrungen kehrte die 53-Jährige in ihre alte Heimat zurück und lebte dort noch einige Jahre zurückgezogen und bescheiden. Acht Jahre später, im Juli 1776, starb sie. Ihre letzten Worte sollen gewesen sein: „Die Krone des Lebens“. Ja, diese Krone wird sie empfangen, denn sie bewährte sich in der Erprobung und war auch bereit, für ihren Herrn zu sterben (vgl. Jakobus 1,12; Offenbarung 2,10).

Marie Durand hatte eine feste Überzeugung, die sich auf die Bibel gründete, und an dieser Überzeugung hielt sie unbeirrt fest. Kein Widerstand konnte sie davon abbringen. Durch ihren Glauben machte sie den „Turm der Constance“ zu einem Denkmal der Treue und Standfestigkeit, der uns mahnt, die Wahrheit nicht zu verkaufen.
(Quelle: time keeper 2014, CSV)

Zitat: „Das Leben schwindet oder weitet sich aus im Verhältnis zu dem eigenen Mut.“ (Anaïs Nin)

Zitat: „Jeder hat seine eigene spezifische Berufung oder Mission im Leben;
jeder muß eine konkrete Aufgabe ausführen, die ihre Erfüllung verlangt.
Darin kann er weder ersetzt werden, noch kann sein Leben wiederholt werden.
Daher ist jedermanns Aufgabe so einzigartig, wie seine besondere
Möglichkeit, sie auszuführen.“
(Victor Frankl)


Zitat: „In Gott lebe ich, bewege ich mich und habe ich mein Sein
Gott lebt, bewegt sich und hat sein Sein in mir.
Ich strahle Frieden, Wohlwollen auf meine gesamte Umgebung
Und auf die Menschen überall auf der Welt aus.
Gottes Liebe heilt mich und durchdringt meine ganze Seele.
Ich fühle, weiß und glaube sicher und positiv, daß Gottes Liebe und
Ewige Wachsamkeit mich und meine Familie führt, heilt und beschützt.
Ich vergebe allen und jedem.
Ich strahle in aller Aufrichtigkeit Gottes Liebe
Und Wohlwollen auf alle Menschen aus.
Im Mittelpunkt meines Seins ist Frieden – dies ist der Frieden Gottes.
In der Stille spüre ich seine Kraft,
seine Führung und die Liebe seiner heiligen Gegenwart.
Auf allen meinen Wegen werde ich göttlich geführt.
Ich bin ein klarer Kanal für Gottes Liebe, Licht, Wahrheit und Schönheit.
Ich spüre, wie ein Strom des Friedens mich durchfließt.
Ich weiß, daß all meine Probleme sich im Gemüte Gottes auflösen.
Gottes Wege sind meine Wege.
Die Worte, die ich geredet habe, vollbringen das, wozu sie gesandt sind.
Ich freue mich und sage Dank in dem Wissen,
daß meine Gebete bereits erfüllt worden sind.
Und so ist es.“
(Verfasser unbekannt)

Gewidmet all den Frauen, die wegen ihres Glaubens oder ihrer Überzeugungen für den Gemeinsinn, die Wahrheit und den Frieden in der Welt noch heute in Gefängnissen schmachten.

Linkempfehlungen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Durand

http://www.reformiert-info.de/96-0-84-5.html

https://losloesung.wordpress.com/2013/05/22/dear-woman-liebe-frau-ich-verpflichte-mich-jetzt-die-spiritualitaet-des-goettlichen-femininen-zu-ehren/

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